Online ist ein Wort nur ein Wort.

Kommunikation – unendliche Weiten…

Das Thema Kommunikation habe ich hier ja bereits von zwei Seiten beleuchtet.

Mit Deinem Wort direkt in meine Seele und Das Wunder der Kommunikation

Aus gegebenen Anlass geht es heute um Missverständnisse, die entstehen können, wenn zwei Menschen online in Kontakt treten, die einander nicht kennen und etwas komplexes klären müssen. Da steht der Genosse Missverständnis hemmungslos lachend vor der Tür und freut sich auf seinen Auftritt.

Bevor ich ein Beispiel bringe, hab bitte noch kurz Geduld, denn erst müssen wir wissen, warum es im Chat und auch per Mail derartig viele Kommunikationsfallen gibt.

Wenn wir beide im „real life“ an einen Tisch säßen, würde ich Dir meine Gedanken untermalt von Tonlage und Betonung meiner Stimme, Gestik, Mimik und Körperhaltung quasi vorspielen.

Wenn nun das alles wegfällt und nur noch Worte bleiben, muss man schon genau überlegen, was man wie ausdrückt, um nicht missverstanden zu werden.

Dabei muss ich bedenken, dass mein Gegenüber (das bist Du) weder meine Meinung, meinen Humor, meinen Geschmack, Hintergrund, Vorlieben etc. kennt.

Nun kommt noch die Zutat „Twitter-style“ und aus wohlformuliertem Text, werden Stichpunkte und unausgeschmückte, kurze Sätze, aus denen man viel herauslesen bzw, hineininterpretieren kann – insbesondere wenn man sein Gegenüber nicht oder wenig kennt.

Beispiel:

Ein neuer Kollege erzählt mir freudestrahlend, er habe dem Chef einen Sachverhalt gechattet und habe ein „gut“ zurück bekommen.

Ich kläre ihn auf, weil ich den Chef bereits lange persönlich kenne. Als Schulnote ist ein „gut“ sicher nicht schlecht. In diesem Fall und Zusammenhang vermute ich Ärger und lasse mir den Chatverlauf zeigen.

Ich erkenne sofort das „gut“ war eine Zwischenbremse des Chefs und bedeutete. „Gut, ich habe es verstanden. Aber den Mist wirst Du noch in einen Gespräch mit mir klären.“

Völlig entsetzt schaut mich der Kollege an und ich höre förmlich das „Klick“ in seinem Kopf „Gut, dann meint er also nicht gut im Sinne von toll, sondern im Sinne von „habs erfasst, kann man so machen, ist dann halt Ka…“.?

Tja, worauf ich hinaus will? Ganz einfach und doch nicht.

Jahrtausende hat es gedauert, bis wir uns von Lauten und Gebärden zu unserer heutigen Mimik, Rhetorik, Grammatik und Vokabular perfektioniert haben.

Nun im Digitalzeitalter versuchen wir alle unsere Wurzeln über Bord zu werfen und mit wildfremden Menschen komplexe Sachverhalte in Stichpunktform zu texten.

Das kann nicht gut gehen! Wenn man eine Geschichte schreibt und alles ausformuliert, kann es funktionieren.

In allen anderen Fällen, habe ich mich entschlossen, werde ich zukünftig ein persönliches Treffen oder mindestens Telefonat bevorzugen. Wem diese Mehr-Zeit nicht wert ist, dem scheint die Thematik nicht wichtig zu sein.

Lasst uns miteinander sprechen – Sprache ist ein wundervolles Geschenk!

Als „Abbinder“ ein nettes Wortspiel, das ich im Lektorat eines Kunden an der Wand gefunden habe 😊

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