Unbeschwert

Unbeschwert toben sie ziellos am Strand umher und versuchen einen imaginären Drachen zu umkreisen, der jedem von ihnen drei Wünsche erfüllt, sobald sie ihn haben. Sie toben, schnaufen, feuern sich an und gackern.

Ist Unbeschwertheit Fluch, Segen oder schmerzlich vermisste Erinnerung?

Der Wunschdrache ist ein schönes Bild, an das jeder von uns gern, aber auch etwas wehmütig zurückdenkt.

Im Jetzt und Heute wirkt alles so viel ernster und dramatischer.

Ja, wir sind erwachsen geworden und der Stress und Ernst des Geschäftslebens und der Gesellschaft hat uns umkreist.

Umkreist? Ich finde das muss nicht sein. Natürlich kann man die Uhr nicht zurückdrehen, denn unser Blickwinkel hat sich verändert. Es wäre nie wie früher.

Auf unserem heutigen Level können wir nicht mehr in dieser unbeschwerten Form am Strand herumtollen. Das ist aber auch gut, denn wir können viel intensiver und erfahrener genießen.

Doch funktioniert das nur, wenn wir es tun. Und genau das ist die Gefahr, der unsere Unbeschwertheit ausgesetzt ist.

Der gemeine Alltag frisst unsere Unbeschwertheit – bis wir es bemerken.

Na super, und jetzt?

Eigentlich ist es ganz einfach, derartige „Drachensituationen“ zu erleben.

Zwischen Meeting, Arbeitsweg, Mamataxi, Personalgespräch und Elternabend ist die Lösung versteckt.

Alles fängt mit einer Idee an. Sei es ein Frisbee-Match mit den Mouse-Pads in der Firma, Burger-Wettessen mit einem Kunden anstelle eines Gesprächs über Fakten, die Beide kennen, oder eine Schatzsuche mit den Neffen, um den Pizzaschatz zu heben.

Der Schlüssel zur Unbeschwertheit ist Phantasie, Spontanität und vor allem der Wille, ganz bewusst auch mal einen Schritt neben dem tristen Pfad der „Norm“ zu gehen und keine Scheu zu haben, sich auch mal zum Affen zu machen.

Ich beherberge glücklicherweise ein großes Maß an Enfantilität in mir – dadurch fällt es mir leicht auch mal etwas auf selbige Schulter zu nehmen, oder spontan zu drücken, wenn man im Vorbeigehen ein Schild „Bitte Klingen“ sieht.

Aber auch ohne dieses Potential ist das Leben viel leichter und unbeschwerter, wenn man „es“ einfach mal zulässt und die gesellschaftlichen Bürden für einen schönen Moment ablegt. Sicher ist Albernheit nicht Jedermanns Gewand, doch der Ernst auch nicht – und von Ausgelassenheit nach einem Feierabendbierchen, oder trockenen Humor um einem Kollegen während eines Telefonates einen Lachkrampf zu bescheren, einem verschmitzten Lächeln bis hin zu einem Zucken mit einer Augenbraue ist jede Emotion ein wichtiger Schritt für uns und unser Wohlbefinden – Ausgelassenheit Erwachsener ist wie die Unbeschwertheit früher am Strand – nur mit Gebiss und Einlagen im Schuh 🙃

PS: Ich hoffe dieser Beitrag hat ein Lächeln bei Dir hervorgerufen – Und da sind wir beide wieder am Strand 😉

Ich jage fast jeden Tag mindestens ein mal den Drachen… 🙂

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7 Gedanken zu “Unbeschwert

  1. Anja

    Ja, ich kenne da auch einen, wenn der an einem parkenden Auto vorbeifährt wo jemand gerade den Kopf unter der geöffneten Motorhaube hat, hupt er ….
    😁
    Kann ein echter Quatschkopf sein.
    Ist mein Mann und ich weiß nie ob er im Restaurant nun die Schraubdeckel vom Salzstreuer tatsächlich aufgedreht hat bevor wir gingen :o)

    Gefällt 2 Personen

  2. Elisabeth Berger

    Hihi, ein sehr schöner Post😊 Er hat mich auch zurückgetragen!
    Man darf sein inneres Kind nie verlieren. Ich bin auch ein sehr alberner Mensch und mache sehr gerne Kindereien. Wieder anständig gelacht, daß einem die Rippen schmerzen, der Bauch wehtut und die Augen tränen, der Tag ist dein Freund🙃 Auch wenn die gar so Ernsten dann dumm gucken, ist egal, das Leben vergeht so schnell und es gibt genug Trauriges zum Weinen. Ich bleibe also gerne kindisch und albern und hoffe, daß das bis zu meinem letzten Tag so bleibt😊

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  3. Tine

    Unbeschwertheit und auch Gelassenheit sind große Geschenke, die uns Erwachsene sympathisch machen. Das sollte man pflegen und sich bewahren, aber ohne Alkohol. Es gibt große Jungs, aber es gibt auch große Mädchen. Und es ist auch schon viel wert, das überhaupt erkannt zu haben. Ich war da wahrscheinlich nie besonders gut drin, würde mir das aber für die Zukunft wünschen😊

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  4. Tine

    Ich durfte vor 9 Jahren die Erfahrung machen, unbeschwert frisch verliebt zu sein. Das ist vielleicht noch eher typisch für Frauen. Frisch verliebt gemeinsam in den Urlaub fahren. Sich unbeschwert öffnen, einlassen und zulassen. Ohne den ganzen Druck, gemeinsam genießen zu können. Es wäre schön, wenn man genauso unbeschwert wieder loslassen könnte😔

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