Beziehungen – Das große Leid?

Frisch verliebt zu sein ist ein Zustand, den man nie vergisst. Das Herzklopfen, das Kribbeln, ein Gefühl, als könnte man Berge versetzen.
Auch wenn sich die Intensität natürlich im Laufe einer Beziehung abschwächt, ist das Band geknüpft.

Doch was, wenn die Beziehung scheitert und man plötzlich wieder alleine da steht?
Ein großer, schwerer Stein zerdrückt unseren Brustkorb. Es fühlt sich an, als würde die Welt sich an uns vorbeidrehen. Wir stehen derangiert und orientierungsunwillig im Abseits.

Das Leben fühlt sich an, wie ein sadistischer, schlechter Scherz, der sich fies grinsend auf unseren Schultern niederlässt und mit niederschmetternden Gedanken, und zerstörerischen Selbstzweifeln an uns nagt.

Warum tun wir uns so etwas an? So viel Elend. So viele gebrochene Herzen.
Sind Beziehungen es wert, dass wir so leiden?

Wenn ich überlege, wie oft eine Beziehung scheitert und wie gering die Wahrscheinlichkeit ist, dass wir Mr. oder Mrs. Right finden, wäre es doch besser, es einfach sein zu lassen.

Doch die eingangs beschriebenen Gefühle sind so überwältigend. Das Gefühl, wenn man nach einem langen Tag nach Hause kommt zu seiner Frau. Dass man sich vermisst, wenn man sich nicht sehen kann.

Selbst das Gefühl, dass die wirklichen Freunde da sind, wenn eine Beziehung kaputt gegangen ist. Das Gefühl getragen und aufgerichtet zu werden. Wie das Leben nach und nach wieder von dunklem Grau in ein zartes frühlingshaftes Lindgrün überblendet.

All diese Gefühle wollen nicht allein gelebt und gefühlt werden. Gemeinsamkeit, Freundschaft und Beziehung sind lebensnotwendig für uns. Sie geben und Kraft, Halt, Ansporn und Gegenwind. Sie entwickeln uns weiter. Selbst wenn Beziehungen scheitern, bleibt immer etwas aus der schönen Zeit in uns – ein Leben lang.

Mein Fazit: Ja, auch wenn es noch so weh tut! Nach jedem gescheiterten Versuch, sind wir einen Schritt weiter. Bis wir dann so weit sind und zum rechten Zeitpunkt der richtigen Person gegenüberstehen ist es ein schmerzhafter, lohnender Weg.
Denn das Ziel ist nachhaltiges Glück!
© Patrick H.

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20 Gedanken zu “Beziehungen – Das große Leid?

  1. Danke für diese Gedanken. Ich glaube da kann ich dir nur zustimmen. Auch wenn es toll wäre, das Tolle ohne den Schmerz zu haben. Oder das Wissen, was mit jemandem ist, den man kennenlernt. Man könnte sich dann wenigstens auf die Person einlassen im WISSEN, dass es nicht gut geht, oder es gleich lassen… :-/

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    1. Hihi ein lustiger Gedanke, da könnte man gleich einen Roman zu schreiben. Wäre bestimmt zum kringelig lachen. Obwohl, ich habe so etwas in der Art sogar mal gemacht. Wir waren sehr verliebt, aber sein Vater hatte nach zwanzig Jahren Ehe seine Mutter beiden wegen einer jüngeren. Da habe ich beschlossen es mit ihm gar nicht erst zu versuchen. Mir war das statistische Risiko zu heiß, dass er so wird wie sein Vater.

      Zurück zu diesem Roman, man geht also zu einem date und hat dann Kopfkino wie derjenige einen mit der Sekretärin betrügt oder wie er keine Lust hat sich um die Kinder zu kümmern oder wie er depressiv wird. Hach, witzig.

      Ich muss sagen, als ich dann fest vergeben war habe ich glatt ein wenig das singelleben vermisst. Diese Spannung, wann man wie und wo seinen Traumoartner trifft. Er war ja nun schon da… 😉

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    2. Patrick H.

      Das wäre natürlich toll und hätte sicher auch meinem Kissen die eine oder andere Träne erspart.
      Aber, wie geschrieben, hat (wenigstens bei mir) jede Beziehung im Nachhinein auch etwas zu dem Patrick von heute beigesteuert.
      Klingt blöd, aber isso 🙂

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  2. Was wären wir ohne die Liebe? Egal wie schmerzhaft sie auch sein mag. Und nein, die Zeit heilt definitiv keine Wunden – man lernt nur damit zu leben. Ich bin seit über 8 Jahren mit meinem Mann zusammen, seit 4 Jahren sind wir verheiratet und hoffentlich noch lange glücklich 🙂

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    1. Patrick H.

      Das wünsche ich euch von Herzen.
      Wichtig ist, dass man sich immer müht und die Beziehung nie als selbstverständlich ansieht.
      Ich kenne meine Frau auch seit 8 Jahren.
      Liebe Grüße
      Patrick

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  3. Sehr schöne Gedanken und ich denke die meisten Menschen denken nach einer gescheiterten Beziehung erst mal: NIE WIEDER… Muss ich mir nicht mehr antun. Bis die Wunden etwas verheilt sind und man merkt… Da fehlt etwas… Etwas ganz entscheidendes… Liebe, Gefühle… Und man erlebt das Kribbeln neu. ♥

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  4. Ich hatte damals das Gefühl, mir fehlt der Himmel, um weiter zu strahlen. Mittlerweile hab ich meinen eigenen Himmel, manchmal bewölkt, aber meist mit viel Sonne. Trotzdem hätte die Mondgöttin gern wieder ihren Stern. Kamen bis jetzt aber nur Sternschnuppen. grins
    Das mit dem Getragen werden hast Du wunderbar formuliert. Genauso fühlt es sich an, ist eine wichtige Erfahrung. Danke fürs Erinnern ❤
    Einen schönen Abend für Dich

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      1. Oh, es kam wohl so rüber, als wenn ich einen ähnlichen Stern wieder wollen würde. Auf gar keinen Fall, auch wenn sich das jetzt böse anhört, die Trennung war – für mich – das Beste, was passieren konnte, auch wenn ich sie nicht mehr initiieren konnte. Es gibt einfach Beziehungen, die von Beginn an nicht gesund sind. Aber um das Positive zu sehen, wir waren beruflich ein gutes Team, deshalb haben wir ja auch 25 Jahre durchgehalten ;-).

        Das Schnuppen jagen hab ich aber zu den Akten gelegt. Besser, die Schnuppen jagen mich 😀 .
        Liebe Grüße
        Andrea

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  5. Elisabeth Berger

    Eben hatten wir Hochzeitstag – 30 Jahre sind wir jetzt verheiratet – uns kommt’s gar nicht so lange vor☺️ Durch Höhen und Tiefen zu gehen, war zu zweit schöner😍
    Ich für meinen Teil bin jetzt froh, in meiner Jugend Verknalltsein, seelische Abstürze und tränenreiche Trennungen erlebt zu haben. Dadurch wird man reifer und lernt auch mit seinen Gefühlen besser umzugehen. Als mein Mann auftauchte, wußte ich sofort, daß er Mr. Right ist……und tatsächlich, es hat sich bewahrheitet😊
    Allen Verliebten glückliche Wege zu zweit oder später mal mit Anhang🐞🍀🍄👶
    LG Elisabeth

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    1. Das klingt aber schön! So soll es wirklich sein.
      Wobei ich das Rumprobieren in jungen Jahren aus heutiger Sicht sehr anstrengend finde. Aber es hat wirklich geholfen sich zu formen…
      Ich wünsche Euch noch viele schöne gemeinsame Jahre ohne Tiefen 🙂

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