Auch leise Kunst bewegt – Ein Mahnmal in Hamburg

Mitten im Getummel zwischen Lange Reihe und Hauptbahnhof stößt man am Spadenteich eher zufällig auf ein Kunstwerk des 1999 verstorbenen hamburger Künstlers Horst Hellinger.
Diese 24 Stelen sind aus im Hamburger Hafen abgewrackten Schiffen herausgeschweisst und im Rahmen der Umgestaltung des Platzes 1987 installiert worden.

Wenn man zwischen den Planken hindurchgeht übermannt einen ein ähnliches Gefühl, wie in Berlin am Holocaust Mahnmal. Dieses Arrangement ist allerdings wesentlich kleiner, als das in Berlin, aber es ist ja auch älter und eher regionale Kunst, als ein historisches Mahnmal.
Die in der Erde verwurzelten Metallplatten sollen die Verbundenheit von Hamburg und der Schifffahrt, insbesondere den Werften versinnbildlichen und mahnen den Untergang der hiesigen Werftindustrie.

Wie auch immer, finde ich es bewegend und sehr hamburgverbunden. Schön finde ich, wie das Kunstwerk lebt. Seit Jahren stören sich Anwohner am Graffiti auf den Planken und dem Müll, der sich auf dem Platz ansammelt, aber das ist wohl eher ein Thema für die Stadtreinigung. Ich finde die „Kunst auf der Kunst“ teils sinnlos, aber durchaus interessant, wie sich der Gesamteindruck dadurch von Zeit zu Zeit ändert.

Aus unterschiedlichen Gründen gibt es regelmäßig Bestrebungen, dieses Kunstwerk woanders zu platzieren. Ich hoffe, es bleibt dort, wo es vor Anker gegangen ist!

Danke Horst Hellinger für Deine Installation – Schiffe, Werften, Hafen, Hamburg – genau, wie die Helling das Schiff auf dem Trockenen, stützt Dein Werk diesen gedanklichen Zusammenhang und regt zum Denken an.

PS: Als Dein Neffe bin ich stolz auf Deine Art zu Lebzeiten und Deine Art (Kunst), die es etwas leichter macht, an Dich zu denken!

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5 Gedanken zu “Auch leise Kunst bewegt – Ein Mahnmal in Hamburg

  1. Ich habe die Stelen auch schon selbst betrachtet, traf anfangs unvermutet auf sie und wusste damals gar nicht von wem sie sind. Natürlich habe ich hinterher geforscht und über seinen Schöpfer und den Hintergrund dieses Werks gelesen.
    Und nun erfahre ich hier, dass Horst Hellinger dein Onkel war (der leider viel zu früh starb). Patrick, mir gefällt es, dass dass du auf diese Weise an ihn und sein Schaffen erinnerst. Es hätte ihn sicher auch gefreut.

    LG Michèle

    Gefällt 2 Personen

    1. Patrick H.

      Ja, er war unbekannt, hat sein ganzes Leben die Kunst hochgehalten.
      Ich freue mich jede mal, wenn ich dort vorbeikomme, denn ich selbst habe leider kein Werk von ihm.

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  2. Pingback: Der Kämpfer – isso.blog

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