Mach’s wie der Hund – 4 Regeln für den Weg zum Erfolg

Ein Hundeleben – oder doch nicht? Ihr Leben unterliegt wenigen, klar definierten Regeln. Für mich ist dies ein klarer Vorteil, denn wir Menschen haben uns durch so viele Gesetze, Richtlinien und Verhaltenscodexe derart unübersichtlich eingeschränkt, dass wir in kaum einer Situation wissen, wo wir stehen und wie andere zu uns stehen.

Kann mein Gegenüber mich riechen, wie steht er zu mir. Wie geht es weiter?

Ganz einfach ist es nicht, denn um Situationen klarzustellen müssen wir ein ganzes Regelwerk über den Haufen werfen und nicht in Anarchie oder Diktatur verfallen.

Wie löst der Hund derart komplexe Situationen? Gar nicht, denn es ist nichts komplex – und das ist der Schlüssel!

Der Kfz-Hersteller SMART hatte mal einen Slogan „reduce to the max“. Ob dies im Rahmen des Fahrzeuges umgesetzt wurde lassen wir thematisch an dieser Stelle links liegen. Aber der Gedanke ist richtig.

  1. Wo bin ich?
  2. Wie steht mein Umfeld zu mir?
  3. Wie ist die Situation einzustufen
  4. Wie komme ich zu meinem Ziel?

IMG_6860Vereinfacht dargestellt regelt der Hund durch diese 4 Fragen sein ganzes Leben. Und eigentlich sind wir gut beraten ihm gleich zu tun. Ich möchte nicht, daß wir auch nur ein µ unseres Intellektes verlieren oder in animalische Verhaltensmuster verfallen. Ganz im Gegenteil!

Wir mit unserer den Hunden weit überlegenen Intelligenz haben die Chance basierend auf diesen 4 Fragen komplexe Situationen zu meistern und erfolgreich daraus hervorzugehen.

Der kleine Trick, die Segmentierung und Lösung der einzelnen Situationskomponenten.

Ein Beispiel:

Wir besuchen zusammen mit unserem Hund Nachbarn, die einen Hund haben. Beim betreten des Grundstückes sehen sich die Hunde, schauen sich aufmerksam an und gehen auf indirektem Wege aufeinander zu und beschnüffelnd sich kurz. Der Nachbarhund geht zum nächsten Busch, hebt sein Bein und kommt wieder zu uns. Unser Hund macht eine Spielaufforderung, die beiden düsen los und toben durch den Garten.

Was ist passiert?

Es ist alles richtig gelaufen! Und nein, der Nachbarhund leidet nicht unter Blasenschwäche…

Es gab viele Situationssegmente. Unser Hund Fibi erklärt diese nachfolgend kurz:

  1. Ich betrete fremdes Terrain
    Beim Eindringen in das Revier des Nachbarhundes, gehe ich nicht frontal auf ihn zu. Frontalbewegung und mit Blickfixierung mache ich nur mit Beute. Daher laufe ich einen kleinen Bogen, tue vom als würde ich irgendwo Schnüffeln und zeige durch Blickkontaktloses Schnüffeln, dass ich an ihm aber nicht an seiner Position interessiert bin.
  2. Der Nachbarhund schnüffelt interessiert, um zu bemerkten, dass ich es bin und ich nach wie vor ein ihm wohlgesonnendes, geschlechtsreifes Weibchen bin. Dann geht er zu besagtem Busch und uriniert dagegen – hierdurch zeigt er, dass er der Herr hier ist und markiert symbolisch das Grundstück als sein Revier.
  3. „Spielaufforderung“
    Ich fordere ihn zum „Spiel“ heraus und wir jagen uns Gegenseitig. Das macht Spaß, dient aber auch gleichzeitig als Test. Ist er immer noch stark und schnell, oder ggf verletzt? (Ich würde seine Position ansonsten sofort in Frage stellen). Gleichzeitig tauschen wir neueste Taktik- und Bewegungsabläufe aus. Cool, der hat einen Sprung aus dem Stand zur Seite von mir abgeschaut.
  4. Cool down
    Nun haben wir uns etwas ausgepowert, suchen uns in respektvollem Abstand ein Plätzchen von dem aus wir die Situation überblicken können und unsere Menschen im Blick haben und relaxen etwas.

Bis auf das Umherlaufen haben die Kommunikationsmomente dieser Situation knapp 7 Sekunden gedauert (davon ab, dass der ganze Lauf ein Posieren war).

Was kann ich hiervon mitnehmen:

Nimm nichts als gegeben hin und stelle alles in Frage. Nicht, um Streit anzufangen, sonder um Deine Position zu bestimmen.

Ein Beispiel:

  1. Wo bin ich?
    Im Hoheits- und Wirkungsgebiet eines starken Freundes
  2. Wie steht mein Umfeld zu mir?
    Der Garten ist sicher und sowohl meine, als auch seine Menschen sind mir wohlgesinnten – ich kann diese Faktoren im Blick halten und sie ignorieren.
  3. Wie ist die Situation einzustufen?
    Voraussichtlich unkritisch. Ich beschwichtige, zeige meine Wohlgesonnenheit und teste meinen Freund, um sicherzustellen, dass er sein Revier im Griff hat.
  4. Wie komme ich zu meinem Ziel?
    Nach Prüfung der bisherigen Situationskomponenten ist mein Ziel zum Greifen nah. Wenn ich schon mit hier her muss, will ich wenigstens meine Ruhe. Ich suche mir einen strategisch wichtigen Punkt, und relaxe etwas. Denn die Situation sieht aus, als würden meine Menschen hier noch stundenlang stehen und sich unterhalten – boah, wie langweilig… mir fallen die Augen zu.

Anders, als typisch menschliches Verhalten:

  1. Ich vertraue nicht auf die Vergangenheit. Jeder muss sich jederzeit wieder Beweisen und seine Position verteidigen. Nicht kriegerisch, sondern durch den Beweis seiner Fähigkeiten.
  2. Es geht ausschließlich darum, was ich will! Nicht darum, jemandem zu gefallen, oder seinen Erwartungen zu entsprechen. In anderer Situation hätte ich so agiert, dass ich an „das Futter“, also die Beute, die Lorbeeren oder in die Position des anderen gekommen wäre. Auf meinem Ziel sorge ich immer für ein mir wohlgesonnenes, aber kontrollierbares Umfeld.Wäre mein Freund verletzt und nicht mehr Herr seines Reviers gewesen, hätte ich es zu meinem erklärt und mir in einem günstigen Moment sein Futter, Spielzeug oder ähnliches zu eigen gemacht. Aber so, wie geschehen, war es eine entspannte Situation.

Ich als Mensch
zeige unbewusst viele dieser Verhaltensweisen und sollte mir ihrer bewusst sein.
Wenn ich einen Freund treffe, zeige ich ihm ein Lächeln, winke und gehe zwar direkt auf ihn zu, schaue aber nicht die ganze Zeit zu ihm hin, fixiere ihn also nicht.
Wenn ich einen Geschäftspartner treffe, geht es darum, sein Gegenüber einzuschätzen und einen Weg zu finden, auf dem er mir wohlgesinnten bleibt, wir beide nicht unser Gesicht verlieren und ich trotzdem mein Ziel erreiche – das Optimum aus der Situation herauszuholen.

Natürlich habe ich einen groben Plan, der mir den Weg zum Ziel aufweist, aber auf dem Weg dahin muss ich unzählige Situationssegmente analysieren, richtig einschätzen und meistern.

Dabei helfen mir diese 4 Fragen, die mir mein Hund beigebracht hat.

Fazit:
Das Große vor Augen, hilft die Reduzierung auf Kernreize und Situationssegmente, mit Mikroschritten zum gewünschten Ziel zu gelangen. Durch die kleinen Schritte ist der Umweg im Falle eines Rückschlages ebenfalls kleiner. Zusätzlich ist es hilfreich auch mal weniger daran zu denken, was Andere denken oder erwarten, sondern das eigene Ziel zu fokussieren.

Lieber Hund, Du bist nicht schlau, aber das vereinfacht Vieles!
© Patrick H.

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6 Gedanken zu “Mach’s wie der Hund – 4 Regeln für den Weg zum Erfolg

  1. Wie lustig, eine Kollegin und ich habe erst vor ein paar Tagen gesagt, dass wir im nächsten Leben gern ein Hund wären. Die werden immer gestreichelt und wenn man was anstellt und ein bisschen nett guckt, dann ist der Ärger vorbei und man wird gestreichelt. Ist natürlich vom Besitzer abhängig, aber es träumt sich so schön. Liebe Grüße, Kerstin

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    1. Patrick H.

      🙂 Schöner Gedanke ! Ich meine, dass man als Frau auch weniger Ärger bekommt, wenn man etwas anstellt und dann lieb guckt. Sicher funktioniert das als Hund besser.

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  2. Sehr interessante Gedanken! Hund macht es richtig, an einem entscheidenden Punkt kann ich allerdings nicht folgen: Ich käme niemals auf den Gedanken, das „Revier“ meines Freundes, Nachbarn oder auch Kunden übernehmen zu wollen, wenn er schwächelt. Mein Ziel wäre, ihn zu stützen und zu stärken 😊

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    1. Wir sind ja auch keine Hunde.
      Was wir übernehmen können/sollten ist die Situations-Segmentierung um komplexe Entscheidungswege oder Situationen zu vereinfachen.
      Das finde ich sinnvoll.
      Ich liege auch eher selten im Garten eines Freundes und schlafe 🙂

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