Die Opfer unserer Eltern

Gerade gab es hier in Hamburg wieder einen Vorfall, bei dem ein Kind von seinen Eltern derat stark misshandelt wurde, dass es zwar überlebt, aber sein Leben lang schwerstbehindert sein wird. Dies ist natürlich „nur“ ein tragisches Beispiel unter vielen.

Tagein Tagaus werden Kinder körperlich und seelisch misshandelt. Mit den Folgen haben sie in der Regel ein Leben lang zu kämpfen.

Selbst, wenn es nicht so krasse, akute Misshandlungen sind, sondern durch „steten Tropfen“ seelische Macken ausgehöhlt werden, bleiben die Folgen ein Leben lang.

Denn in Kindesjahren entstehen daraus Synapsen, die unglaublich stark sind.

Ich beobachte sehr gerne und intensiv andere Menschen und bin regelmäßig erschüttert.

Auch wenn sie alles richtig machen wollen, verkorksen soooo viele Eltern ihre Kinder.

Der eine bricht unter dem Druck zusammen, wird rebellisch und landet im Internat. Die andere flüchtet sich in Eßstörungen und gibt sich die Schuld an allem.

Mangelndes Selbstwertgefühl? A-typische, übertriebene Reaktionen auf ganz normale Situationen…. Dies sind nur zwei Beispiele, die ich miterleben durfte…

Häufig wollen die Eltern nur, dass ihre Kinder es besser haben, als sie damals. Andere Eltern sind durch ihre eigene soziale Situation oder schwere Wunden aus ihrer eigenen Kindheit total überfordert und zerstören das, was ihrem Leben eigentluch erst den Sinn gegeben hat.

Wer Opfer ist und ob ein Täter, der selbst ein Opfer war schlechter dran ist, lasse ich an dieser Stelle in Raum stehen; auch warum das Jugendamt es nicht schafft, seinen Job zu tun.

Ich frage ich, warum es nicht eine Art Eltern-TÜV gibt. Gleich, ob man angeln will, ein Fahrzeug oder gar eine Waffe führen, man muss seine Eignung beweisen. Aber eine unschuldige Kinderseele zerstören, darf jeder – und sicher zu 95% ungestraft.

Bislang bin ich, wenn ich meinen Wunsch nach einer derartigen wiederkehrenden Prüfung geäußert habe, auf mehr als geteiltes Feedback gestoßen…

Trotz- oder gerade gerade deshalb interessiert mich Eure Meinung dazu!

Teilt Ihr meine Meinung? Habt Ihr andere Vorschläge, oder Ideen?

Ich freue mich auf Eure Kommentare.

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3 Gedanken zu “Die Opfer unserer Eltern

  1. Ich habe meine gesamte Kindheit hindurch in meinem Elternhaus durch alle, die dort wohnten 3-fachen Mißbrauch über 12 Jahre erlebt. Kam ins Heim und traf jenen Mann dort, der mein 1. Ehemann wurde und den Mißbrauch fortsetzte.
    Ich gebar ihm sein Kind, wie er es wünschte. Ein eigenes Wollen hatte ich nicht mehr.

    Heute, 20 Jahre nach meiner Trennung von diesem Mann, habe ich meine Gewalterfahrungen noch immer nicht völlig verarbeitet.
    Ich bin noch immer traumatisiert.
    Ich habe ein Kind groß gezogen, das heute 24 Jahre alt und in Therapie ist.

    Ich habe das Beste gegeben, zu dem ich fähig gewesen war, um es heil groß zu ziehen. Es ist mir nicht „fehlerfrei“ gelungen. Was man selbst nie gelernt oder erfahren hat, kann man leider nicht weiter geben.

    Auch ich bin 2-geteilt.
    Einerseits liebe ich mein Kind. Und ich bin froh, dass ich es geboren habe und auch so viele schöne Momente mit ihm erleben durfte.
    Andererseits wäre es hilfreich gewesen, wenn zuerst ich selbst hätte heil sein dürfen, um diesem Kind das Leben leichter machen zu können – aber dann wäre es niemals DIESES Kind geworden; DIESES Leben.
    Und wer mag sich anmaßen zu beurteilen; zu bestimmen, was ein lebenswertes, gutes Leben ist?
    Wer will entscheiden können, wann Eltern „gut“ oder „gut genug“ sind?
    Wir haben ohnehin viel zuviele Normen.
    Und das Leben ist immer polar. Es gibt immer beide Seiten der Medaille – egal, wie sehr man sich bemüht, dass die Sonne immer scheint.
    Liebe Grüße, Floh

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