Freunde und Freude

Echte Freunde…
hat man im „real-life“ in der Regel nicht viele. Und im Alltag, der neben dem Beruf, Frau, Kind, Familie, Hund und Sport auch immer noch mit Überraschungen aufwartet, ist es auch schwierig genug, diese echten Freundschaften zu pflegen und zu genießen.

Doch wo genau ziehe ich die Grenze zwischen Freund und Bekannten? Wer ein echter Freund ist, verrät und glaube ich unser Herz recht zuverlässig. Sicher gibt es Grenzfälle, aber sicher ist auch, dass wahre Freundschaft zeit- und raumübergreifend das Leben bereichert.

Gleich, wie lange man sich nicht gesehen hat und wann man das letzte mal telefoniert hat – man hat sich sofort viel zu erzählen und genießt es, mal wieder die Nähe zu spüren.

Ich freue mich, dass es in meinem Leben einige wirklich gute Freunde gibt! Gut, wenn sie einem auch mal den Kopf zurechtrücken oder im sich im rechten Moment kaum hörbar räuspern um mich wieder auf Spur zu bringen, wenn ich ins Schlingern gerate oder mich um Kopf und Kragen rede.

Doch wirklich berührend ist es, wenn sie in genau dem Moment, in dem man hilflos vor einem Problem steht, plötzlich da sind und ungefragt helfen.
So etwas kann man nicht in Gold aufwiegen!!!
Vielen Dank an dieser Stelle an L+W, S+J sowie Steff+D.

Echte Freunde bereiten also nicht nur Kopfzerbrechen, sondern auch viele schöne Momente und viel Freude!

Nun leben wir ja hier und heute nicht nur im „real-life“, sondern haben viel mit unseren Online-Mitmenschen zu tun.

Gibt es echte Online-Freundschaften?

Täglich begegnet  man Online auf verschiedensten Plattformen Menschen, tauscht sich aus, trifft sich wieder, vertieft die „Gespräche“, mailt und chattet. Man kennt sich irgendwann so gut, dass es sich anfühlt, als würde dieser Mensch zum wahren Leben gehören. Doch ist das real?

Allein, dass man sich online für jemanden ganz anderes ausgeben kann und es rückenlosen Artgenossen noch leichter fällt anderen nach dem Mund zu schreiben, birgt natürlich die große Gefahr, jemanden ins Leben zu lassen, den es so eigentlich gar nicht gibt.

Wie war es früher mit Brieffreundschaften? Sind die nicht alle im Sande zerlaufen und waren im Nachhinein gesehen allesamt oberflächlich und gar nicht so großartig, wie man sie damals eingestuft hat?

Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit Online jemanden kennen zu lernen, der wirklich die gleichen Interessen hat und wo alles stimmt rein statistisch größer, da der Raumfaktor wegfällt. Aber irgendwie ist das für mich nur ein rechnerisches Argument.

In einer Schulung habe ich gelernt, dass bis zu 70% der Kommunikation, Personen- und Situationsbewertung nonverbal stattfindet. Ist es dann überhaupt möglich, jemanden, den man folglich nur zu 30% „erfasst“ hat als Freund zu bezeichnen?

Habt Ihr echte Freunde, die Ihr ausschließlich online kennt oder kennengelernt habt?

Oder hat sch eine echte Freundschaft nur entwickelt, als man sich auch persönlich kennen gelernt hat.

Ich würde mich sehr über Eure Erfahrungen und Meinungen freuen!

Liebe Grüße
Patrick

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13 Gedanken zu “Freunde und Freude

  1. Das sind interessante Blickwinkel und auch Anregungen.
    Ich finde es nicht sehr wichtig, ob es reale Freundschaften oder „Online“-Freundschaften sind. Primär ist doch die Frage, wie nahe man sich fühlt, ob man sich etwas zu „sagen“ hat.
    Im wahren Leben hat mir bisher nur eine einzige Frau als Freundin WIRKLICH geholfen (ich nenne sie „meine Sonne“) – alle anderen waren für mich genauso unreal und nicht wirklich als REALISTISCHE Personen in meinem Leben anwesend wie die Online-Freunde.

    Ich nenne mich einen glücklichen Menschen, denn ich darf behaupten, gerade online ganz wunderbare Menschen kennenzulernen dürfen, bei denen ich mir sicher bin, sie bald zu sehen und auch in der Realität mit ihnen sehr gut auszukommen, mit ihnen „auf einer Welle“ zu gleiten.

    Mein Fazit:
    Es kommt auf den Menschen selbst an und WAS man von seinem „Gegenüber“ erwartet (bei Partnerschaftssuchen läuft das nämlich ganz anders 😉 ), wie man sich auf den Anderen einstellt und was man selbst bereit ist, in diese Freundschaften zu investieren.
    Helfend sind da auch Telefonate, denn eine Stimme sagt viel aus. Diese erste Form der „direkten“ Kommunikation läßt bereits viel erahnen.

    Ganz liebe Grüße
    Sylvia

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    1. Patrick H.

      Liebe Sylvia,
      eine gute Idee reale beiseite und realistische Personen mehr in die Mitte zu stellen.
      So wird auch ein Schuh draus! Denn mein Gefühl sagt mir, dass man dadurch, dass man viel über sein Online-Gegenüber erfährt durchaus teil oder sogar ein wichtiger Bestandteil des Lebens werden kann.
      Ich werde da noch mal drauf herumdenken.
      Noch geht bei mir nichts über reale, echte Freunde…
      Liebe Grüße
      Patrick

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      1. Patrick H.

        Kleiner Nachtrag 🙂
        Erwartungen… ich finde sie gefährlich, denn sie erzeugen Druck, der in eine oder mehrere Richtungen schiebt. Und ist es, ob online oder nicht, nicht schön, sich einfach treiben oder aufeinander ein zu lassen? Ich glaube, das ist der corsettefreieste Weg sein „Gegenüber“ von allen seiten kennen zu lernen.
        Und wie im wahren Leben ist die Zeit dann der Richter.
        Liebe Grüße
        aus Hamburg
        Patrick

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  2. Ich habe tatsächlich ein paar Online-Freunde auf der Plattform interpals.net kennen gelernt. Das ist wie Brieffreundschafter, aber eben über Mail – per richtigen Brief kann man auch schreiben. Ich gebe zu, es sind auch viele „Spinner“ und andere Gestalten dabei aber irgendwann trennt sich di Spreu vom Weizen. Für mich wichtig ist, dass ich authentisch bleibe und dann merkt man recht schnell, ob die virtuelle Freundschaft Bestand hat. Natülrich ist das kein Ersatz für echte Freunde, aber man lernt nette Leute aus der ganzen Welt kennen. Liebe Grüße, Kerstin

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    1. Patrick H.

      Vielen Dank für Deine Gedanken Kerstin,
      die Spinner, Blender und anderen Gestalten haben wir im realen Leben ja auch 🙂
      Ich glaube der entscheidende Unterschied ist die Virtualität.
      So nah ein online-Freund einem auch kommt, der Blick in die Augen, die ehrliche Umarmung und vor allem die Gefühle dabei schweissen mehr zusammen, als „nur“ Worte – so mächtig sie auch sein können.

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  3. Nein.Wir verstehen jedes Wort aus unseren Erfahrungen heraus, will also heißen, wir verbinden damit nicht nur Inhalt sondern auch Gefühl. Auch wenn es so Dinge gibt wie „Ironie an“, „Ironie aus“ bleibt es doch so, weil mir der Gesichtsausdruck fehlt, eine Geste, ein Zwinkern, das ich Texte lese und sie aus meinen Erfahrungen heraus verstehe. Freunde und meine Liebelei sind klar aus dem Real-Life. Ich muss den Menschen doch auch riechen können.

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  4. Ganz wie du schreibst: „der Blick in die Augen, die ehrliche Umarmung und vor allem die Gefühle dabei schweissen mehr zusammen, als „nur“ Worte – so mächtig sie auch sein können.“ Da stimme ich absolut mit dir überein. Dies müsste irgendwann zum Virtuellen hinzukommen, bevor ich von „echter Freundschaft“ rede.

    Du schreibst sehr schöne und interessante Beiträge – es macht Freude, bei dir zu lesen 🙂

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  5. Wahre Freunde erkennt man wirklich erst in der Not, denn dann trennt sich die Spreu vom Weizen. Denn die meisten „ach so dicken Freunde“ sind weg, sobald es dir mal nicht so gut geht oder du Hilfe brauchst. Auf Online-Freunde kann man in solchen Situationen wohl sowieso nicht vertrauen.

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