Wer ist mit sich im Reinen?

Ein Mensch ist die Summe seiner verstandenen Erfahrungen…

Warum ist er fast nie mit seinem Umfeld oder sich im Reinen?

Gleich, wie erfolgreich man gerade ist und wie die Muse einen küsst, es ist nicht gut genug oder zu viel! Sicher jeder von uns hat sein Päckchen zu tragen, das ihm sein Elternhaus, die Lehrer in der Schule, die Exfreundin oder der Chef mitgegeben haben.

Nun denn… den Rucksack geschultert und den Weg weiter gehen. Während der Pausen nehmen wir ihn ab und schauen uns von Zeit zu Zeit an, was sich da so alles angesammelt hat. Nach und nach erkennen und verstehen wir, wie sich die eine oder andere Kuriosität oder skurrile Situation hier hineinverirrt hat und dank unserer gesunden Selbsterkenntnis synapsieren wir und entwickeln uns weiter.

Schön! Dann ist der Rucksack ja irgendwann leer und wir sitzen weise lächelnd am Wegesrand und freuen uns über den wundervollen Tag.

Leider weit gefehlt! Wir haben Essstörungen, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Agressivitätsprobleme und vieles mehr. Sicher kann man dies darauf schieben, dass wir in einer schnelllebigen Zeit leben und nicht genügend Ressourcen für die Verarbeitung der Eindrücke haben oder uns nehmen. Doch wie kommt es, dass es diese Defizite bereits vor langer, langer Zeit gab?

Sind wir verdammt mit uns und unserer Umwelt gram zu sein?

Warum gibt es feste Regeln, die uns in unserer sozialen oder religiösen Gesellschaft das Zusammenleben ermöglichen? Jede Reglementierungsmatrix hat zwangsläufig Rasterlücken und durch die Schlupflöcher verschaffen wir uns Freiheiten und Sonderbehandlungen, die bei unseren Mitmenschen zu Neid, Missgunst und Unverständnis führen.

Wäre es nicht einfacher, dieses starre Gitter zu entfernen und durch die Freiheit für alle eine Gemeinschaftliche Zufriedenheit und Ausgeglichenheit zu schaffen? Jeder kann bis an seine Grenzen gehen und seine Umwelt umarmen.

Leider sind wir mental offenbar noch nicht weit genug von unseren jagenden und sammelnden Urahnen entfernt um dieses freiheitliche Modell ausleben zu können. Mir ist jedenfalls kein funktionierendes sozialanarchisches Gesellschaftsmodell bekannt.

Was könnte die Alternative oder der Kompromiss zu unserem inneren Frieden sein?

Natürlich habe ich eine einfach umzusetzende Lösung gefunden und wieder verworfen. Immer wieder. Aber da auch ich ja das Resultat meiner verstandenen Erfahrungen bin, haben mich meine Überlegungen ein gutes Stück weiter gebracht.

Die Frage ist die Antwort und somit der ewig erste Schritt auf dem Wege zur Reinheit mit sich und seinem Umfeld.
Neben der aktiven Verarbeitung der erlebten Situationen, aus der wir günstigstenfalls ein Stück konstruktive Erkenntnis mit auf unseren weiteren Weg nehmen, hilft mir die Frage viele Situationen zu relativieren und unnötige Spannungen zu reduzieren: „Warum ist er fast nie mit seinem Umfeld oder sich im Reinen?“ 

Kurzform: „Warum fühle ich mich eingeengt?“, „Warum setzt mich diese Aussage unter Druck?“ „Warum muss ich das noch schneller fertig machen, als sonst?“ „Warum?“

Grundsätzlich könnte man sich sagen, dass François Lelord in seinem Roman „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“ die Grundaussage getätigt hat: „1. Lektion: .Vergleiche anzustellen ist ein gutes Mittel, sich sein Glück zu vermiesen.“

Richtig! Im Vergleich zu vorher, bin ich eingeengt, zeitlich stärker unter Druck, von einem erfolgreicheren Kollegen überholt, also im Vergleich zu vorher anderen Situation.

Doch es geht nicht nur darum nicht zu vergleichen, sondern darum, dass ich durch den bloßen Gedanken des „Warum“ ein Verständnis für die Situation entwickle und mich so in die Lage versetze, mich damit anzufreunden. Der Mensch ist der personifizierte Kompromiss und nun in der Lage, sich mit dieser zu arrangieren.
Mich würde interessieren, was Ihr dazu denkt? Seht Ihr einen anderen Weg? Pflichtet Ihr mir bei?

Ich freue mich auf Euer Feedback!

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2 Gedanken zu “Wer ist mit sich im Reinen?

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